Ironman World Championship 2011

So, jetzt sind gut drei Tage nach dem Rennen vergangen. Wie die meisten ja schon mitbekommen haben, hatte ich beim Laufen mit tierischen Seitenstichen und Magenkrämpfen zu kämpfen, so dass ich mein persönlich angestrebtes Ziel leider nicht erreicht habe. Ich wusste im Vorfeld,  dass ich sehr gut drauf war. Rad war gut und beim Laufen war ich zuvor nie schneller und konstanter gewesen. Mein persönliches Ziel war es, je nach äußeren Bedingungen, eine Zeit von 8:55 bis 9:10 zu erreichen. Und das wäre drin gewesen. Wo wir wieder beim “Hätte, Wenn und Aber” sind. Aber erstmal von vorne.

Wie ich schon zuvor berichtet habe, ist auf Hawaii wirklich alles etwas anders. So kam es auch, dass ich für meine Verhältnisse schon rund 2h vor dem Start in der Wechselzone vorzufinden war. Auf den Oberarm wurde die Startnummer gestempelt, das Rad wurde präpariert und die letzten Small-Talks wurden gehalten. Um halb 7 fiel dann pünktlich der Startschuss der Profis, wovon wir aber aus dem Wechselzonenbereich nicht soo viel gesehen haben. Dann waren wir dran. Über die kleine Treppe am Pier wurden die restlichen 1.800 Starter ins Wasser gelassen. 15 Minuten vor dem Start machte ich mich bereit für das Einschwimmen. Jedoch musste man dort ganz schön aufpassen, da aus allen Himmelsrichtungen Mitstreiter angeschossen kamen. Kurz vor dem Start habe ich mich dann weiter vorne positioniert. Dabei fingen schon die ersten kleineren Auseinandersetzungen an. Als der Ansager die letzten zwei Minuten bis zum Start ankündigte, erklungen Trommeln. Zunächst noch langsam, dann mit einem immer schneller zunehmenden Rhythmus. Von den ewig langen Mauern um den Pier war nichts mehr zu sehen. Alle gesäumt von tausenden von Zuschauern. Gänsehaut. Plötzlich toten Stille und dann folgte der Kanonenschuss.

Das Rennen war eröffnet und ich kam sehr gut weg. Kaum Körperkontakt, Brille und Badekappe alles noch rechten Platz. Nach gut 300m kam dann doch noch das Geprügel. Es war wirklich heftig und dauerte auch eine ganze Weile, bis sich die Gruppen endlich einsortiert hatten. Nach 58min bin ich dann endlich aus dem Wasser gestiegen. Eine Zeit, mit der ich in etwa gerechnet hatte.

Dann ging es ab aufs Rad. Bevor wir raus nach Hawi fahren mussten, legten wir noch eine kleine Runde in Kona zurück. Dort konnte ich das erste Mal sehen, dass ich nicht so weit hinten lag. Auf dem Rad habe ich von Beginn eine Gruppe nach der Anderen eingeholt. Ich fühlte mich gut, die Beine funktionierten. Da mein Tacho direkt nach ein paar Km den Geist aufgegeben hatte, wusste ich nicht genau, wie schnell ich war. Beim Km-Schild 60 hatte ich einen 40er Schnitt drauf, aber die leichten Anstiege und der Wind sollten noch kommen. Nach einem ganz kleinen Hänger bis zum Wendepunkt in Hawi habe ich auf dem Rückweg noch etwas zugelegt. Die ersten Athleten, die zuvor noch an mir vorbei geflogen sind, wurden wieder einkassiert. Die letzten 60km auf dem Highway musste ich komplett alleine fahren. Das mit dem “alleine” fahren sollte ja auch eigentlich so sein, aber zuvor am Wendepunkt habe ich schon gesehen, was sich hinter mir für Gruppen gebildet haben. Egal.

Mit knapp unter 6 Std. habe ich dann die zweite Wechselzone erreicht. Selten bin ich so entspannt in Laufschuhe gestiegen wie am Samstag. Und meine Vorfreude aufs Laufen war groß. Jedoch hatte ich bereits beim Anlaufen schon mit leichten Seitenstechen zu kämpfen. Aber die sollten schnell weggehen, so dachte ich. Leider war dem nicht so. Ganz im Gegenteil. Nach gut 3k machte der Magen komplett dicht. Ich war richtig sauer. Die Beine fühlten sich top an und dann so etwas. Immer wieder musste ich stehen bleiben und mich bücken. An Laufen war leider nicht zu denken. Alles was ich zu mir nahm, kam direkt wieder raus. Jeder Versuch wieder anzulaufen musste auf Grund der Magenprobleme wieder abgebrochen werden. Zwischenzeitlich bin ich noch 3k mit meiner Athletin Beate Görtz gelaufen, bevor ich auch sie ziehen lassen musste. Von Kona bis ins Energylab bin ich dann komplett gegangen. Die Zeit war mir jetzt eh egal. Ins Ziel kommen und abhaken war das Motto.

6k vor dem Ziel wurde ich dann von Markus Kriege aufgegabelt, der durch einen Sturz bedingt genau so wenig in sein Rennen gefunden hatte, wie ich. Die letzten Ks liefen dann “natürlich” auch wieder besser, aber da war die Messe bereits gelesen. Nach 10h 09min bin ich dann erste Mal in Kona über die Ziellinie gelaufen und ich habe mich trotzdem gefreut. Trotz eines 4h 10min Marathons bin ich stolz und froh das Ziel erreicht zu haben. Es passte leider  nicht alles an DEM Tag, aber ich werde wieder kommen. Ich weiß, dass die Bedingungen für Hawaii diesmal nicht so heftig waren, aber ich habe in der Zeit gemerkt, dass mir die Insel und das Klima liegen und das werde ich hoffentlich noch mal zeigen können. Zusätzlich möchte ich meiner Athletin Beate Görtz zu ihrem wieder einmal beeindruckendem Auftritt gratulieren. Platz 1 AK, Platz 15 gesamt und neuer Streckenrekord aller AKs. Wahnsinn!!!!

Rückblickend kann man wirklich sagen, dass der Ironman Hawaii das große Ziel eines jeden Triathleten sein sollte. Einfach unglaublich was hier abgeht und wie schön die Insel ist. Ob Sportler oder auch nicht, Hawaii ist eine Reise wert. Ich werde jetzt mal die Zügel etwas lockerer halten und dann wieder die neue Saison in Angriff nehmen. Hang Loose & Maloha ;)

0 Responses to “Ironman World Championship 2011”


Die Kommentare sind zur Zeit geschlossen.